In der Initiative „natur.erleben.vorwerk“ engagieren sich Menschen gemeinsam für Vorhaben zu Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität, Lebensqualität, Inklusion, Zusammenhalt und Vernetzung im Stadtteil und treffen sich dazu regelmäßig im Bürgerhaus. Die Ehrenamtlichen organisieren z.B. monatliche „Müllspaziergänge“ und sorgen so für weniger Abfallbelastung im Naherholungsraum rund um den Tremser Teich – eine ganz praktische Maßnahme von Verantwortungsübernahme, von der wir uns eine Vorbildwirkung erhoffen und die gleichzeitig auch der Pflege des wertvollen Lebensraums für Fische, Vögel und Insekten dient.
Eine Ausstellung über diesen Lebensraum und die Nahrungskreisläufe von Tieren und Menschen im Stadtteil, erarbeitet durch eine kleine Arbeitsgruppe der Initative, ist im Werden und konnte im ersten Schritt bereits im Freien für Spaziergänger und Gäste eines Picknick-Treffens präsentiert werden:

Von Bedeutung für die Gruppe sind auch Wünsche der Grundschulkinder aus der Ganztagsbetreuung der Tremser Teich Schule, die im Rahmen eines zweitägigen Partizipationsworkshops ihre Ideen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Kinder und Familien am Tremser Teich mit eingebracht haben.
In den Osterferien 2025 gab es ein Kreativangebot und ein Umweltbildungsangebot für Kinder im Grundschulalter, das von Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsbüro organisiert wurde. Durchgeführt bzw. geplant sind ebenfalls kleine Angebote zur Naturerfahrung im Rahmen von interkulturellen Treffpunkten.
Besonders dankbar sind wir für eine Einsatzstelle im Rahmen des freiwilligen ökologischen Jahres (FöJ).
Akuell konnte gerade die Anlage einer Streuobstwiese am Tremser Teich mit Unterstützung von verschiedenen Seiten verwirklicht werden:

Trotz Regen und Wind – viele Freiwillige vom Bürgerhaus Vorwerk-Falkenfeld, der Initiative natur.erleben.vorwerk, der benachbarten Jugendfeuerwehr Lübeck-Vorwerk und Hanse-Obst Lübeck trafen sich am Samstag zur Pflanzaktion für acht Obstbäume (Äpfel, Kirschen, Birnen, Pflaumen) auf der Wiese am Tremser Teich: Buddeln, Pfähle setzen, Bissschutz anbringen, gießen, Stamm anbinden…viele Handgriffe, Erfahrungen und Hoffnungen wirkten zusammen, um den jungen Bäumen gute Startbedingungen zu geben. Am Ende gab es für die Helfenden Wärme und Stärkung bei heißen Getränken und frisch gebackenem Apfelkuchen. Ermöglicht wurde die Anlage der Streuobstwiese als Beitrag für sozialen Zusammenhalt im Quartier, Biodiversität und Klimaschutz, gesunde, regionale und saisonale Ernährung durch Förderungen der Possehl-Stiftung und der Sparkassen-Stiftung Lübeck. Die Flächennutzung geschieht in Abstimmung mit der Stadt Lübeck. Ein Dank an alle, die so kooperativ zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen haben!


Menschen, die sich der Initiative anschließen
möchten, sind jederzeit willkommen.

Besuch der Gedenkstätte Ahrensbök

Man muss schon genau hinschauen, um sie zu entdecken: Die Gedenkstele an der Schwartauer Landstraße beim Tremser Teich. Mehr als 1000 jüdische Häftlinge aus dem Auschwitz-Nebenlager Fürstengrube waren im Januar 1945 bei Schnee und Kälte auf einen Todesmarsch getrieben worden. Die meisten von ihnen erreichten Lübeck nicht. Sie starben unterwegs an Hunger, Kälte, Misshandlungen oder wurden erschossen.
Nach qualvollen Monaten zu Fuß, auf Kohlewaggons und schließlich in einem Elbkahn kamen die Überlebenden im Frühjahr 1945 am Vorwerker Hafen an. Von hier ging es weiter Richtung Neustadt, wo sie mit Häftlingen aus anderen Lagern auf das völlig überfüllte KZ-Schiff Cap Arcona gedrängt wurden. Dort kam es Anfang Mai nach Bombardierungen der britischen Luftwaffe zur Katastrophe. Nur wenige überlebten.
Kürzlich haben wir uns mit der Gruppe natur.erleben.vorwerk auf den Weg zur Gedenkstätte Ahrensbök gemacht, um mehr über die Geschehnisse der letzten Monate vor Kriegsende 1945 zu erfahren. Im dortigen Erinnern an den Terror der NS-Zeit nimmt derTodesmarsch durch Lübeck und Ostholstein einen breiten Raum ein. Zur Gedenkarbeit gehören auch die insgesamt 12 Stelen in dieser Region. Teilnehmer eines internationalen Jugendcamps hatten sie 1999 entlang der Route aufgestellt.
Voraussichtlich im November soll eine neue Infotafel bei der Stele am Tremser Teich besser verdeutlichen, wofür die Stele steht.
Genauere Informationen dazu folgen zu gegebener Zeit.

Gemeinsam für Klimaschutz

Der Klimaschutzpreis der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck macht Mut: Mehr als 40 Initiativen – darunter auch wir – haben sich in diesem Jahr dafür beworben und trafen sich am Freitag anlässlich der Preisverleihung zu einem lebendigen Austausch aller Engagierten. Auch jene, die nicht zu den drei Haupt-Preisträgern gehörten, konnten sich darin bestärkt sehen, nur gemeinsam der vielschichtigen Aufgabe mit ihren verschiedenen Facetten und Herausforderungen gerecht zu werden. Besonders gefreut haben wir uns über den 3. Preis für Hanse-Obst und viele Aktive speziell für deren gemeinsamen Einsatz zur Gestaltung des Naturerlebnisraums Strukbach bei uns im Stadtteil. Ein starkes Signal auch für uns, wie wichtig es ist und bleibt, den Naturräumen in St. Lorenz Nord mehr Aufmerksamkeit zu schenken und im nachbarschaftlichen Leben mehr Bewusstsein dafür zu wecken.
Allen Preisträgern herzliche Glückwunsche und allen Engagierten weiterhin so tolle Ideen!